Geschrieben am: 05.09.2010 23:13
Von: Chris Bessei
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Schöne Woche mit unschönem Ende


7 geflogene Tasks bei 8 möglichen Tasks, ist das nicht eine super Quote?
Die Woche Piedrahita war wieder absolut super, sie begann für mich gut mit Platzierungen im vorderen Drittel. Der Höhepunkt war mein persönlicher Rekord und nach 2 schwächeren Tasks konnte ich am letzten Tag richtig punkten. Mit ca. 130km bei Taskende und 154 OLC Kilometern hatte ich einen tollen Tag, zwei Mal war ich kurz vor dem Boden und beide Male ging es wieder hoch. Dazu eine ganz andere Landschaft als bei meinem Flug in Richtung Portugal. Es war einfach ein traumhafter Abschluss.
Bis ich um 23:30Uhr die Ergebnislisten sah, der Beste Flug nur 125km lang, meiner nur mit 85km gewertet? Die Piloten waren ziemlich verwirrt, zum Teil auch sauer. Bei den Organisatoren stauten sich dann auch schon die Piloten mit Beschwerden über ihre Wertung.

Die Erklärung war so simpel wie unverständlich, 24 Piloten sollten die CTR Madrid berührt haben. Nur 24 Piloten weil man die CTR erst nach 85km erreicht, bis auf 3 Piloten hat es alle aus dem Führungspulk erwischt.
Da ich mir absolut sicher war, jeden Luftraum beachtet zu haben setzte ich mich mit Scorer und Technikexperte Stavel an den Laptop und schaute mir das Ganze an.

Ich war laut Auslesesoftware ganz klar ca. 2km in der CTR gewesen. Nach kurzem Überlegen war klar, dass die Auslesesoftware einfach andere Luftraumgrenzen hatte, als den Piloten beim Briefing mitgeteilt wurde.
Beim ersten "Safety Briefing" wurden die Lufträume mit der Hand auf einer ,per Beamer an die Wand geworfene, Karte gezeigt! Da mir das nicht genau genug war, fragte ich nach dem Briefing bei Hans Bausenwein nach, wo genau die Grenze ist. Die Antwort:" Bleib nördlich der Berge" war für mich genug und ich kümmerte nicht weiter darum.

Die Auslesesoftware nahm aber nicht die Berge als Grenze sondern eine Linie zwischen zwei Wegpunkten, die weiter nördlich lag.
Anscheinend wurde das beim Briefing gesagt und somit gab es eine Beschreibung von Hans Bausenwein und eine von Steve Ham. Zwei Organisatoren die sich widersprechen, super.

Letztlich wurde aber trotz aller Proteste keine Einsicht seitens der Organisatoren gezeigt und Simone Campiche gewann mit 124km den letzten Task.

Das würfelte nicht nur die Endergebnisse durcheinander sondern führte auch zu einigem Unmut unter den Piloten. Sehr schade, nach so einem tollen letzten Flugtag. Mir fehlten dadurch leider auch einige Punkte, was mich in der Serienklasse vom Treppchen warf und in der Sportklasse den Sieg kostete.

Ich kann die Entscheidung immernoch nicht nachvollziehen, aber wie uns schon bei der Junior Challenge erklärt wurde, "Wettkampffliegen ist nicht immer fair".

Die Endergebnisse gibts auf:
www.xc-open.org

Trotz allem, es war eine sehr schöne Woche: Zwei Flüge über 150km, insgesamt über 500 geflogene Kilometer an 7 Tagen, tolle Abendsoaringflüge und knapp 25 Flugstunden.

Piedrahita rockt!

Gruß,
Chris


P.S. Meine Meinung zu der Luftraumproblematik ist natürlich subjektiv, emotional und ich erhebe keinerlei Anspruch darauf, dass meine Meinung die einzig Richtige ist. Wenn ich aber einen Organisator frage, wo die Lufträume sind und mich dann an dessen Vorgaben halte, erwarte ich damit keine Luftraumverletzungen zu begehen. Das Steve Ham, Hans Bausenwein und Scorer Stavel hier unterschiedliche Aussagen verbreiteten sollte nicht das Problem der Piloten sein.

Abendsoaring am Pena Negra
Abendsoaring am Startplatz Pena Negra
Bild: Nikki



Geschrieben am: 05.09.2010 22:56
Von: Chris Bessei
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170km - Piedrahita ist geil


Die Wettervorhersage war ähnlich wie gestern, Nordwind, Basis bei ca. 2800-300m und Blauthermik.
Um 13:20 Uhr starte ich, die ersten Hochleister sind bereits an der Basis, und drehe langsam nach oben.
Die Thermik ist noch schwach, aber mit zuverlässigen 1m/s steige ich bis auf 2400m.
Da es noch sehr zäh ist entschließe ich mich wieder etwas an der Kante entlang zu fliegen und so stumpf Kilometer zu sammeln.
Über Villafranca setze ich den ersten Wendepunkt und fliegen dann zurück zum Startplatz.
Eigentlich will ich jetzt nochmal nach Westen um dann erneut nach Osten zu fliegen, stumpfes Kilometer sammeln eben.
Aber westlich vom Start dreht der Wind mehr auf Ost und schiebt mich in Richtung "cherrytreevalley"/Westen.
Nach kurzem Überlegen verwerfe ich meinen "RitschRatsch" Plan und fliege zum Pass.
Dort zeigt mir netterweise ein gelber Triton wo es hochgeht, sehr zäh mit Steigwerten unter einem Meter, aber es geht hoch.
Als ich genug Höhe habe um ins Kirschbaumtal fliege ich weiter nach Westen über den Pass. Direkt am obersten Punkt reißt ein "Prügelbart" ab, ich muss zwar ordentlich arbeiten, dafür geht es aber auch ordentlich nach oben.

Mit 2800m fliege ich ab, einfach das Tal entlang.Nach knapp 15km Gleitflug finde ich mich auf 750m wieder. Die Landewiese ist zwar schon ausgesucht, aber inzwischen weiß ich, dass es in Piedrahita auch aus 10m wieder nach oben geht. Also Bäume beobachten, wo wackelt es, wo zieht es die Luft an.
Und dann, 90m über Grund reißt es an. Erst mit einem halben Meter, dann mit einem Meter und letztlich mit über 4m/s geht es zurück auf über 2500m.

Ich fliege weiter nach Westen, vor mir schon das Ende des cherrytreevalleys und dahinter das Flachland. Noch ein Bart dann bin ich ich dort. An der letzten Kante des Tals finde ich meinen Bart des Tages, von 1000m mit super sanften 4-5m/s auf knapp 3000m. Ich bin im Flachland, der Wind drückt von schiebt mit 20-25km/h von hinten und die Kilometer auf dem GPS rattern nur so runter. Genussfliegen pur. Jeder weitere Bart dehnt sich über mehrere hundert Meter, wobei die vielen Geier die mit mir fliegen die stärksten Stellen markieren. Gekreist wird nur bei Steigen über 3m/s, denn um 19:30 ist der Task zu Ende. Also Gas geben, ich fliege über eine traumhafte Südflanke, die sich 60 oder 70km durch das Flachland zieht.

Um 19 Uhr meint mein GPS plötzlich "Batterie schwach", schei** billig Batterien. Zum Glück habe ich noch Ersatzbatterien im Cockpit und kann in der ruhigen Luft die Batterien wechseln. Die Grenze von Portugal sehe ich in einiger Entfernung auf dem GPS, aber der Wind schiebt leider in die falsche Richtung. Dieses Ziel werde ich heute nicht erreichen.

Ich kreuze zwei große Flüsse, die sich als ideale Abrisskanten erweisen, fliege über riesige Gebiete ohne eine einzige Asphaltstraße. Aber dank 2500m über Grund und dem Wissen, dass mich der Rückholer notfalls auch in der Pampa abholt ist das alles kein Problem.

Um 19:30Uhr habe ich 145km Luftlinie zum Startplatz, der Task ist zwar zu Ende, aber ich will trotzdem noch weiter fliegen.

Also nochmal konzentrieren, im Nullschieber kreisen und ab und zu ein bisschen piepsen mitnehmen.

Um 19:50Uhr ist es dann trotzdem vorbei, meine Landung hat zum Glück niemand gesehen. Ich setze mich glücklich auf mein Gurtzeug, esse mein Vesper und genieße das luftgekühlte Landebier. :-)

Unser Rückholer Flo ist unterwegs zu mir und nach zwei Stacheldrahtzäunen und unzähligen Dornengebüschen stehe ich auch schon an der Straße.

Kurz nach 21Uhr werde ich abgeholt und um 23:30Uhr bin ich zurück in Piedrahita.

So schön!

Link zum FLug



Geschrieben am: 30.08.2010 11:15
Von: Chris Bessei
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XC Open in Piedrahita


Vom 27.08 bis zum 04.09 bin ich bei den XCOpen in Piedrahita.
Da ich mit der dhv-jugend.de unterwegs bin, sind meine Berichte auf dhv-jugend.de:
http://www.dhv-jugend.de/XC-Open-in-Piedrahit.210.0.html

Gruß,
Chris



Geschrieben am: 27.08.2010 04:46
Von: Chris Bessei
Direktlink: #4

Flugsicherheit beim Gleitschirmfliegen von Sebastian Bender


Eigentlich sollte es ein ständig präsentes Thema sein, Flugsicherheit.
Aber letztendlich machen wir uns bei unserem schönen Hobby Gleitschirmfliegen doch sehr wenig Gedanken darüber.
Um das Thema nicht zu vergessen hilft es immer wieder Texte wie den von Bruno Gantenbrink zu lesen:
Bruno Gantenbrink über Flugsicherheit

Im DHV Forum wurde vor einigen Stunden noch ein anderer Text gepostet:
Sebastian Bender über die Risiken des Gleitschirmfliegen


Auf viele unfallfreie Flüge,
Chris



Geschrieben am: 26.08.2010 14:14
Von: Chris Bessei
Direktlink: #5

Mentor 2 - Größe S und M mit Gütesiegel


Der neue Mentor 2 hat jetzt in Größe S und M das Gütesiegel.
Mentor 2 über Bodennebel Nova Mentor 2 Gleitschirm in der Luft

Die Leistungsverbesserung gegenüber dem Mentor beträgt eine halbe Gleitzahl(Mentor 1 hatte 8,8), damit setzt der Mentor 2 in der neuen LTF B Klasse eine neue Bestmarke.

Testflügel gibt es auch bald, am Besten direk bei Charly in Seeg melden:
http://www.charly-produkte.de

Mehr infos auf www.nova-wings.de



Geschrieben am: 21.08.2010 22:40
Von: Chris Bessei
Direktlink: #6

Berichte zur Challenge


Berichte zur Junior Challenge gibts auf dhv.de und im NOVA Teamblog:

Teamblog

dhv.de

Gruß,
Chris



Geschrieben am: 17.08.2010 20:36
Von: Chris Bessei
Direktlink: #7

Junior Challenge in Greifenburg


Hallo an alle die zu Hause im schlechten Wetter sitzen, aber natürlich auch an alle die unterwegs am Surfen sind.

Vom 14.08 bis zum 20.08 findet in Greifenburg die Junior Challenge 2010 statt.

Nachdem die Tasks am 15.08 und 16.08 gecancelt wurden, konnten wir heute einen ersten kleinen Task fliegen.

Die Aufgabe war mit 32km sehr klein, aber aufgrund der schlechten Thermik war dies auch gut so. In der Höhe zogen immer wieder dicke Cirren- und Altocumulusfelder durch und verhinderten gute Thermik. Trotzdem wurde der Task um 13:10 mit einem "groundstarted race"* gestartet. Direkt vor dem Startplatz kämpften sich der Pulk mit Steigwerten unter 1m/s nach oben, bis zur Basis 150m über dem Start. Dann ging es 2km nach Westen zur ersten Wende. Mit im Führungspulk waren ca. 10-15 Piloten, darunter mindestens 4 NOVA Junioren. An der Wende erwischte leider niemand so richtig Thermik und wir musste tief zurück zur Emberger Alm fliegen. Dort schien zum Glück nochmal kurz die Sonne durch und wir konnten einige Meter machen. Als die Thermik sich langsam auflöste und keine Sonne weit und breit zu sehen war, entschied ich mich weiter zu fliegen, notfalls einfach so weit gleiten wie möglich. Manche warteten noch und arbeiteten sich langsam in der schwächer werdenden Thermik nach unten, aber ein paar folgten meiner Taktik auch. Ich flog und flog und hörte von meinem Vario keinen einzigen Piepser mehr bis ich kurz vor der 2. Wende landete. Zu mir gesellten sich dann sehr bald noch Ferdinand und Chavert vom NOVA Team und nach und nach trudelten noch weitere 7 Piloten ein.

Wir sahen nur wenige, die es weiter schafften und wartete entspannt bis wir von Ferdinands Freundinn abgeholt wurden, super Service!

Die Ergebnisse sind noch nicht endgültig, aber Chavert ist wohl 10., Ferdinand 13. und ich 14.Rico schaffte fast die 3. Wende und landete auf Platz 3, Glückwunsch! Nicht ganz so gut erwischte es Dominic, der nach de r ersten Wende keinen Anschluss an der Emberger fand.
Ins Ziel schaffte es keiner, Patrick Ruber flog leider 1:30Minuten zu spät über die Linie.

Sobalds Ergebnisse gibt melde ich mich.

Drückt uns die Daumen für größere Tasks, mit besserer Thermik. :-)

Gruß,
Chris

*Groundstarted Race bedeutet, dass für alle Teilnehmer eine Startzeit gilt.
Um 13:10Uhr lief also für alle Teilnehmer die Zeit und es musste möglichst schnell gestartet werden.





Geschrieben am: 15.08.2010 16:51
Von: Chris Bessei
Direktlink: #8

Biwaktour Teil 2 - Tag 2


Als ich meine Augen öffneten, glühte der östliche Horizont förmlich, die Sonne war kurz davor hinter den Bergen aufzugehen. Es dauerte noch einige Minuten ehe die ersten Sonnenstrahlen über den Berggipfeln erschienen.
Die Berggipfel westlich von mir glänzten Rot und auch der Bodennebel im Tal nahm langsam Farbe an. Für solche Moment lohnt sich eine Nacht im feuchten Schirm auf jeden Fall!

Danach ging der Tag leider nicht ganz so traumhafter weiter, der Wind kam aus allen Richtungen, dazu ziemlich stark. Wir mussten lange umherirren, ehe wir einen startbaren Platz fanden. Um halb 2 kamen wir endlich in die Luft...und soffen ab. So nah liegt Euphorie und Trauer beim Biwakfliegen leider zusammen.

Von Ties trampten wir über Corvara zurück zur Alm, während wir vielen anderen Fliegern währenddessen zuschauten...ahhh!

Trotzdem haben die Biwakausflüge mit Andy viel Spaß gemacht und wir waren uns sicher, dass wir das mal wieder machen!

Gruß,
Chris